Kunsttherapie

 

Das Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge Refugio München bietet seit vielen Jahren Kunsttherapie an der Mittelschule an der Albert-Schweitzer-Straße an. Die Kunsttherapeutin Maria Graf leitete zuletzt sechs Kunsttherapiegruppen, unterstützt durch die Praktikantin Sabine Mayer.

Die Teilnehmer*innen sind jugendliche Flüchtlinge und Migrant*innen im Alter von 11-18 Jahren. Sie kommen meistens aus Übergangsklassen. In einem Schuljahr besuchen insgesamt zwischen 30 und 40 Jugendliche die Kunsttherapiegruppen - in der Regel außerhalb der Unterrichtszeit. Mit Beratungs- und Klassenlehrer*innen wird im Vorfeld geklärt, welche Schüler*innen kunsttherapeutischer Unterstützung bedürfen und eingeladen werden.


Die Mädchen und Jungen kommen aus dem Irak, Syrien, Afghanistan, dem Kongo, Kenia, Kamerun, Angola, Türkei, Thailand und Vietnam, aus dem Kosovo, Polen, Rumänien und Bulgarien. Ihre Herkunftsländer haben die meisten aufgrund von Krieg, politischer Verfolgung, Vertreibung und fehlender Zukunftsperspektiven verlassen müssen.
Die Kunsttherapie orientiert sich an den individuellen Ressourcen der Teilnehmer*innen und versucht im bildnerischen Gestalten das Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken und ihre kreativen Kompetenzen zu fördern. Der kunsttherapeutische Ansatz richtet sich auf die Stabilisierung der Jugendlichen im gegenwärtigen Alltag und bietet Hilfestellungen bei der seelischen Verarbeitung von belastenden Erfahrungen.
Das künstlerische Arbeiten wird an der Schule durch ein außergewöhnliches Setting begünstigt. Ein ehemaliges Klassenzimmer, das ausschließlich von den Kunsttherapiegruppen genutzt wird, fungiert als freies Atelier mit einem großen Materialangebot. In der Kunsttherapie wird den Jugendlichen kein Thema vorgegeben. Im Austausch mit der Kunsttherapeutin finden sie ihr gewünschtes Material, die bildnerische Idee und ihren Arbeitsrhythmus selbst.
Durch eine offene Atmosphäre in der Kunsttherapiegruppe wird den Jugendlichen das Ankommen in Deutschland erleichtert. Im künstlerischen Gestalten und in sozialer Interaktion können erste Barrieren in der Kommunikation überwunden werden.

 

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